Weblog des Tengu Dojo Aufenau e.V.

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Unser Wappen

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Erklärung unseres Vereinsemblems

Das Emblem ist gestaltet als die aufgehende Sonne. In ihrer roten Farbe weist sie auf den Ursprung unserer Kampfkunst hin: Okinawa und Japan, wo das Karate entstand und weitergetragen wurde. In der christlichen Symbolik steht das Rot allerdings auch noch für etwas anderes. Es ist die Farbe des Heiligen Geistes, der Menschen dazu befähigt und bewegt, nach Gottes Willen zu fragen und zu handeln.

Das Zentrum der aufgehenden Sonne bildet das stilisierte Kreuz. Es steht für Jesus Christus, der die Liebe Gottes zu den Menschen verkündigte und lebte. Gott nimmt jeden Menschen bedingungslos an und gibt niemanden auf. Diese Hinwendung des Schöpfers zu uns Menschen ist so unermesslich, dass sie selbst durch nichts zerstört werden kann.  Jesus stand so sehr für diese Botschaft ein, dass er Tod und Folter erduldete und damit Gottes Haltung zeigte: »Ihr Menschen könnt mich schlagen, foltern, anspucken und ermorden. Ich gebe meine Liebe zu Euch nie auf!« Das bewusst gewählte Schicksal Jesu bis zum Schluss trägt diese Botschaft in sich. Und sie wird bestätigt durch seine Auferstehung.

In der  Nächstenliebe wird diese Hinwendung Gottes weitertragen. Sie findet in der Haltung der Karate-ka ihren Ausdruck durch Respekt, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft, uneigennützigem Handeln und dem Streben nach dem Frieden. Der Weg des Karate (Karate-Do) gehört zu den Künsten des Budo (Weg, die Lanze zu stoppen). Es ist daher eine Verteidigungskunst, deren Hauptanliegen das Vermeiden von Konflikten ist. Großmeister des Karate verstehen bis in unsere Tage deshalb auch diese Kampfkunst als Weg zum Frieden. Der gezielte Einsatz von Gewalt zur Beendigung einer Konfrontation darf daher immer nur dann erfolgen, wenn keine andere Möglichkeit mehr besteht. Ein Sprichwort aus der Tradition der Samurai lautet: „Das Schwert in der Scheide ist ein Schatz!” Wer Karate übt, formt aus dem Körper eine scharf geschliffene Waffe. Kommt sie zum Einsatz, kann das zu erheblichen Verletzungen beim Angreifer führen. Deshalb muss der Geist (Bewusstsein und Unterbewusstsein), der den Körper lenkt, ebenso intensiv geformt werden. Ein aufrechter Mensch, der in Gewalt keinen Sinn sieht – so ist das Idealbild eines Karate-ka.

Dem Streben nach dem Frieden liegt auch das Tengu-no-michi zugrunde. Es ist ein System innerhalb der großen Karatelinien, das den Karate-ka zur Konfliktprävention erzieht und ihm darin ausbildet, sich in ausweglosen Situationen effektiv und verhältnismäßig zu wehren. Im Vordergrund des Tengu-Systems steht immer der Respekt vor dem Leben und der Gesundheit – sowohl des Aggressors, als auch dessen, der sich verteidigen muss. Gewalt ist immer Ausdruck menschlicher Unfähigkeit, das Zusammenleben friedlich und in gegenseitiger Achtung zu gestalten. Insofern darf der Karate-ka niemals die Auseinandersetzung suchen, sondern muss sie meiden, wo immer es geht. Wenn es zu einem Kampf kommt, soll nicht die Freude darüber sein Empfinden bestimmen, sondern zuerst der Wille zu überleben und anschließend das Bedauern darüber, dass es soweit kommen musste.

Der Tengu ist in der japanischen Mythologie ein Bergdämon, der über besondere Fähigkeiten in den Kampfkünsten verfügt. Große Kämpfer der japanischen Geschichte, die sich zur Meditation und zur Verbesserung ihrer Kampfkunst in die Berge zurückgezogen haben, sollen nach volkstümlichen Erzählungen von diesen Halbwesen (zum Teil in menschlicher Gestalt mit dem Kopf, den Flügeln und den Klauen eines Raben dargestellt) unterwiesen worden sein und auf diese Weise sich zu überragenden Kriegern entwickelt haben.

                                                                (Karasu Tengu; Statue; Shokachi Schrein; Tokyo)

Der Tengu-Weg (japanisch: Tengu-no-michi), den Meister Roland Habersetzer (9. Dan) entwickelte, versetzt den Karate-ka mental und strategisch in die Lage, die erworbenen und lange trainierten Techniken seines Stils effektiv zur Verteidigung einzusetzen, wann immer es notwendig ist, oder eine Eskalation vermeiden.

Das Tengu-System ist daher ein Weg (altjapanisch: michi; sino-japanisch: ) auf dem der Karate-ka seiner Bestimmung und dem Sinn seines Lebens entgegengeht. In der Tradition des Karate ist es das Streben, ein Mejin zu werden, ein »vollendeter Mensch«. In unserem christlichen Verständnis liegt der Sinn darin, sich als ein von Gott geliebter Mensch zu erfahren und sich selbst annehmen zu können, weil man von Gott angenommen ist. Diese Erfahrung, angenommen zu sein, beeinflusst den Umgang mit den Mitmenschen, denen man bis zuletzt in Nächstenliebe begegnen kann. Weil kein Mensch vollkommen ist, wird es keinem niemandem gelingen, seine Bestimmung vollständig zu erlangen – auch dem Karate-ka auf dem Tengu-Weg nicht. Die Vollendung eines Menschen bleibt Gott vorbehalten. Jedoch ist es die Aufgabe einer Christin/eines Christen sich auf ihren/seinen Schöpfer hin zu bewegen. Darum bemühen wir uns, wenn wir den Tengu-Weg in seinem Namen gehen. Darauf weisen die Buchstaben IND, die links neben dem Horizontalbalken des Kreuzes stehen. Sie sind dem urchristlichen Verständnis entlehnt, dass alles Denken, Fühlen und Handeln auf Gott ausgerichtet sein soll:

in nomine domini – Im Namen des Herrn.

 

Pfarrer Matthias Fischer

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